Polemos Reloaded

13.11.2017

Features of 21st Century Warfare and the Polemological Implications

Die Landesverteidigungsakademie Wien beehrt sich, zur polemologischen Konferenz
„POLEMOS RELOADED - FEATURES OF 21st CENTURY WARFARE AND THE POLEMOLOGICAL IMPLICATIONS“ am 13. und 14. November 2017 in die Sala Terrena der Landesverteidigungsakademie Stiftgasse 2A, 1070 Wien höflichst einzuladen.

Wenn man sich auf den Krieg vorbereiten will, muss man ihn verstehen ("comprendre la guerre"). So hatte der französische Polemologe Gaston Bouthoul einst auf das Gemeinplatz-Diktum "si vis pacem, para bellum" des Vegetius angespielt und dabei auf den lange außer Acht gelassenen hermeneutischen Aspekt einer umfassenden Beschäftigung mit dem Krieg verwiesen. Das Phänomen militärischer Konflikte sollte daher aus einer multidisziplinären Perspektive analysiert und beurteilt werden. In diesem Lichte soll gleichermaßen über jüngste Entwicklungen und persistente Eigenschaften des „Polemos“ reflektiert werden. Unter Bezugnahme auf den griechischen Historiker Thukydides kann sich der emergente Charakter des Krieges auf eine chamäleonartige Art und Weise ändern, während er gleichermaßen konstanten Transformationsprozessen unterliegt, wobei die zeitlose Natur des Krieges praktisch unberührt bleibt. Die "Polemologie" als interdisziplinäre Kriegs- und Konfliktforschung wendet eine dreigliedrige platonische Methodik an, die dialektisch die Dimensionen von Wirtschaft, Politik und Kultur miteinander vermittelt. Dieser Ansatz wird eingeführt, um eine Antwort auf eine Reihe von Fragen zu geben, die sich mit dem sich verändernden Charakter der Kriegsführung befassen. Durch eine gezielte Untersuchung der übergreifenden Kontexte, die Konflikte bestimmen und formen, wird versucht, in jedem weiteren für die Beschäftigung mit dem „Polemos“ relevanten Forschungsgebiet sinnvolle Unterscheidungen zu treffen. Dieser methodische Ansatz soll zu einem fundierten Verständnis des Krieges der Gegenwart (in all seinen verschiedenen dynamischen Expressionen und Subkategorien) aber auch vor allem seiner Ursachen, Manifestationen und Auswirkungen führen.
Der Krieg wird als "gewalttätiger Lehrer" (Thukydides) begriffen und die Frage "Was können wir heute daraus lernen?" wird aufgeworfen. Die Konferenz zielt darauf ab, sowohl zeitlose Fragen zum Wesen des Krieges ("Was ist Polemologie?"), als auch zu stark diversifizierten, aktuellen Sicherheitstrends wie:

▪ Neue Kriege
▪ Postheroisches Lawfare
▪ Hybride Kriegsführung und 4th Generation Warfare
▪ Technologische Kriegsführung (Robotisierung und Cyber)
▪ Asymmetrie (Terrorismus als irreguläre Kriegsführung)
▪ Massenmigration
▪ Globale Sicherheitsordnung

zu problematisieren.

Entsprechend dem dreidimensionalen polemologischen Ansatz werden sieben prominent besetzte Podiumsdiskussionen in zwei Tagen diese Themen vertiefend behandeln und sowohl den Status quo bezüglich der Entwicklungen untersuchen als auch einen Ausblick auf die nahe Zukunft wagen. Eine der herausforderndsten Fragestellungen wird dabei sein, wie der Krieg durch internationale Konstellationen geprägt ist, aber auch wie die internationalen Beziehungen von den neuen Facetten des Krieges geprägt werden.