Wir trauern um o. Univ.-Prof. Dr. Heinz Krejci

12.03.2017

Die Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Wien trauert um ihren Emeritus.

o. Univ.-Prof. Dr. Heinz Krejci
(12. Mai 1941 – 12. März 2017)

Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Paul Oberhammer
(Dekan)

 

In memoriam Heinz Krejci

Am 12.März dieses Jahres ist der langjährige Ordinarius für Unternehmens- und Wirtschaftsrecht Heinz Krejci gestorben. Heinz Krejci wurde am 12.5.1941 in Wien geboren und hat nach glänzender Absolvierung der Mittelschule ebenso glänzend in Wien Rechtswissenschaften studiert. Schon bald folgte die zunächst bei dem berühmten Hans Schmitz begonnene Habilitation im damals noch jungen Fach Arbeits- und Sozialrecht, die bei dem in Nachfolge von Hans Schmitz berufenen Theodor Tomandl fertiggestellt wurde. Für damalige Verhältnisse noch ungewöhnlich wurde Heinz Krejci auch für das Fach Zivilrecht habilitiert. Im Jahr 1976 erfolgte seine Berufung an die Karl-Franzens-Universität Graz als ordentlicher Professor für Bürgerliches Recht und Wirtschaftsrecht, in einer Zeit, in der an der Grazer Juristenfakultät eine große Anzahl junger hervorragender Fachvertreter wirkten, wie Karl Korinek, Josef Aicher, Hans Georg Ruppe, Waldemar Jud, Bernd Christian Funk und Attila Fenyves, um nur einige zu nennen. Im Jahr 1985 folgte Heinz Krejci schließlich einem Ruf zurück an seine Wiener Heimatuniversität in Nachfolge von Fritz Schönherr. Seit diesem Zeitpunkt bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2009 hat er am Institut für Unternehmens- und Wirtschaftsrecht der Universität Wien, viele Jahre davon als Institutsvorstand, gewirkt.

Heinz Krejci war ein Universaljurist. Nicht das enge Spezialgebiet mit immer neuen Varianten desselben Themas war seine Sache, er hat vielmehr grundlegende Werke im Arbeits- und Sozialrecht, im Unternehmensrecht, im Versicherungsrecht, im klassischen Bürgerlichen Recht und im Bauvertragsrecht verfasst. Standardlehrbücher entstanden ebenso wie eine bis heute maßgebende Kommentierung der Sittenwidrigkeit im „Rummel- Kommentar“. Zahlreiche Aufsätze von grundlegenden bis hin zu speziellen Fragen sind von ihm verfasst worden, die genaue Zahl bleibt im Dunkeln; es sind bestimmt nicht weniger als 400, manche sprechen von 6oo, wahrscheinlich sind es sogar mehr.

Heinz Krejci hat besondere Leistungen auch dadurch erbracht, dass er maßgebliche wirtschaftsrechtliche Gesetze vorbereitet und in oft mühevoller Kommissionsarbeit auf den Weg gebracht hat. Zu nennen sind insbesondere die große Handelsrechtsreform 2005, die den Weg vom veralteten HGB zum modernen UGB beschritten hat, das Vereinsgesetz, zuvor schon das Erwerbsgesellschaften-Gesetz und zuletzt die Reform der Gesellschaft bürgerlichen Rechts. Heinz Krejci hat hier mit exzellenter juristischer Fachkenntnis, aber auch mit Augenmaß, Vernunft und Pragmatismus taugliche Regelungsgrundlagen für eine moderne Wirtschaft erarbeitet.

Heinz Krejci war ein packender Vortragender, der trotz aller juristischer Präzision die Praxisnähe und den Humor nicht beiseiteließ. Zuallerletzt: Heinz Krejci war ein lieber Mensch, der Institutsangehörige wie Studierende gefördert und respekt- und liebevoll behandelt hat.

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